Kreditkarten im Ausland

Frau hält Kreditkarte in der Hand
Bild: Zahlung mit Kreditkarte im Ausland. Bildquelle: dean bertoncelj – 123256873 / Shutterstock.com

Die Kreditkarte ist für viele deutschen Touristen das Zahlungsmittel Nummer eins, wenn es auf Reisen geht. Dies gilt übrigens auch für Alexis und mich. Auch wir haben vielerorts bequem mit der Kreditkarte gezahlt. Allerdings gilt hier auch Vorsicht. Denn wer mit der Kreditkarte im Ausland Zahlungen abwickelt, der muss mit teilweise hohen Gebühren rechnen. Doch dies gilt nicht für alle Kreditkarten.

Geldabheben und Barzahlungen:
Hier lauern Kostenfallen

Es war in Italien so, in Straßburg und auch in Belgrad, immer wenn ich mit meiner Verlobten auf nicht-deutschem Boden unterwegs gewesen bin, griff ich zur Kreditkarte, um Essen und Trinken in Restaurants, Shoppingtouren oder auch das Hotelzimmer zu bezahlen. Mitunter kommt es sogar in Deutschland vor, dass ich zur Kreditkarte greife. Ist ja auch nur verständlich.

Immerhin bringt die Zahlung hierzulande wie auch anderswo immense Vorteile. Gerade im Ausland möchte man natürlich nicht immer allzu viel Bargeld bei sich tragen, um vor Taschendieben und anderen Gefahren geschützt zu sein. Zudem bringt die Kreditkarte maximale Flexibilität. Zahlen kann man immerhin fast überall mit ihr, man bleibt also finanziell unabhängig.

Nur leider lassen sich viele Bankinstitute diese Vorteile recht teuer bezahlen. Wer einen Blick auf die AGB und Gebühren der jeweiligen Kreditkartenanbieter wirft, der wird horrende Preisunterschiede feststellen. Auch deswegen sollte man sich vorab konkret mit den Gebührenstrukturen seines Kreditinstituts auseinandersetzen – und einige grundlegende Dinge beachten, die ich folgend vorstellen möchte:

  • Geldabheben: Geldabheben an Geldautomaten im Ausland kostet fast immer Geld. Dies ist meist übrigens auch der Fall, wenn die eigene Bank überhaupt keine Gebühren dafür erhebt. Dieses wiederum hat mit dem Umstand zu tun, dass ausländische Geldautomatenbetreiber fast immer Gebühren für Finanzleistungen erheben, die mit der Kreditkarte im Zusammenhang stehen. Darauf hat das eigene Kreditinstitut keinen Einfluss. Aus diesem Grunde sollten Urlauber zum einen die Gebührensätze der eigenen Bank für das Geldabheben mit der Kreditkarte an Automaten überprüfen, dann aber auch auf die Gebührensätze der Betreiber ausländischer Geldautomaten achten.
  • Fremdwährungsgebühr: Noch eine Kostenfalle lauert beim Bezahlen mit der Kreditkarte im nicht-europäischen Ausland bzw. in Ländern, in denen der Euro nicht eingeführt wurde. Bei den meisten Kreditkartenanbietern wird bei Zahlungen in Ländern, die nicht in der Eurozone liegen, eine Gebühr erhoben, die sich am Umsatz orientiert. Zwischen 1-5 Prozent des Umsatzes können hier anfallen. Dies kann gerade bei größeren Zahlungen wie dem Hotel ordentlich ins Geld gehen.
Besonderer Tipp
Grundsätzlich ist es im Nicht-EU-Land mein gut gemeinter Rat, immer in der landeseigenen Währung zu bezahlen. Denn es hat sich herausgestellt, dass die Dienstleister, bei denen mit der Kreditkarte in der Fremdwährung Euro gezahlt wird, gerne horrende Wechselkursgebühren ansetzen, die jenseits von Gut und Böse liegen. Wenn Urlauber in der nationalen Währung zahlen, ist dies nicht möglich. Dann sind die Händler oder Dienstleister nämlich an den Wechselkurs gebunden, den die Kreditkartenanbieter vorgeben.

Allgemeine Tipps für Kreditkartenzahlungen im Ausland

Doch nicht nur bei den versteckten Gebühren kann man ordentlich auf die Nase fallen. Es gibt auch andere Fallstricke, vor denen ich euch gerne bewahren möchte, wenn ihr auf Reisen seid und sorglos mit eurer Kreditkarte bezahlt. Denn nicht alle Fallen werden von den Kreditkartenanbietern transparent dargelegt.

  • Mitunter ist es möglich, dass Kreditkartenzahlungen in manchen Ländern nicht möglich Häufig sind die gesperrten Länder auf der Homepage des Anbieters über das Internet einzusehen. Doch oft wird eben genau dies vergessen, zudem die „Blacklist“ auch oft erweitert wird. Beispielsweise kann es vorkommen, dass Kreditkartenanbieter zukünftig Zahlungen in der Türkei aus Sicherheitsgründen nicht zulassen. Wer also keine böse Überraschung erleben möchte, teilt seiner Bank sein Reiseziel vorab mit und erkundigt sich.
  • Nicht nur Bargeld, auch die Kreditkarte kann im Ausland geklaut werden. Es ist ja nun nicht so, dass man in Deutschland nicht Opfer einer Straftat werden könnte, doch in manchen Reiseländern ist die Gefahr eben doch etwas höher. Und wer seine Kreditkarte nach dem Diebstahl nicht rechtzeitig sperrt, der muss bei Missbrauch haften – und zwar bis zu einer Höhe von 150 Euro. Deswegen ist nach Bekanntwerden des Diebstahls Schnelligkeit gefragt. Im Ausland muss dafür die – kostenpflichtige – Hotline +49-116-116 gewählt werden. Danach ist man gegen etwaige Schäden geschützt, nur der verwaltungstechnische Ärger bleibt.
  • Ganz wichtig ist es, Rechnungen zu kontrollieren. Mitunter kommt es nämlich vor, dass Fehlbuchungen unbedacht abgezeichnet werden. Und dann ist der Ärger im Nachhinein besonders groß. Dabei ist es nicht immer ganz so einfach, etwaige Fehlbuchungen überhaupt zu erkennen. In den USA zum Beispiel werden zur Unterteilung der Tausenderschritte nicht wie in Deutschland Punkte, sondern Kommata verwendet. Hier heißt es also: Genau hinschauen! Erkennt man Fehlbuchungen erst im Nachhinein, so hat man gesetzlich immerhin noch acht Wochen Zeit für die Reklamation.
  • Versucht unbedingt, auf die Revolving-Kreditkarte zu verzichten. Dies ist zwar auf den ersten Blick verlockend, kann man doch Beträge und Zinsen bequem in Raten abstottern, doch hier werden selbst bei den günstigsten Kreditkartenanbietern exorbitant hohe Zinsen fällig – übrigens auch bei der an und für sich sehr günstigen Santander-Kreditkarte.

Es sollte zwar klar sein, ich möchte es an dieser Stelle aber trotzdem nochmal erwähnen: Prüft unbedingt euren Kreditrahmen. Nichts ist ärgerlicher – und peinlicher – wenn man im Urlaub an der Tankstelle steht und man urplötzlich nicht mehr zahlen kann. Seinen Kreditrahmen sollte man also kennen und gegebenenfalls erhöhen.

Dazu zählt dann selbstverständlich auch, eben jenen nicht vorab schon allzu stark zu belasten. Zahlt man bereits den Flug und das Hotel mit der Kreditkarte, kann dies den Kreditrahmen bereits vor Antritt der Reise ordentlich schmälern. Dies wird gerne vergessen und kann dann ebenfalls zu bösen Überraschungen führen.

Kreditkarten im Kostencheck: Mit diesen Karten kommt ihr günstig weg

Kommen wir aber zum eigentlich Interessanten: Welche Kreditkarte ist am Ende die günstigste, wenn sie im Ausland zum Einsatz kommt? Zu diesem Zweck habe ich mir einmal die Mühe gemacht, die günstigsten Anbieter herauszufiltern. In der Tabelle könnt ihr dann selbst sehen, bei welchem Anbieter ihr am meisten Geld sparen könnt.

Anbieter Abhebegebühren Fremdwährungsgebühren Kartenart
Santander 1-plus Visa Card Weltweit 0 Euro Weltweit 0 Euro Visa Card
DKB Visa Card Weltweit 0 Euro Weltweit 0 Euro Visa Card
Barclaycard New Visa EU-Zone 0 Euro 1,99% Visa Card
Norisbank MasterCard Weltweit 0 Euro 1,75 % MasterCard
Visa Card Gold (Consorsbank) Weltweit 0 Euro 1,75 % Visa Card

Tabelle: Kreditkartenanbieter in der Übersicht

Es gibt übrigens auch eine ganze Reihe an Filialbanken, bei denen eine Kreditkarte beantragt werden kann. Voraussetzung ist hier aber meistens, dass beim jeweiligen Finanzinstitut auch ein Girokonto unterhalten wird. Allerdings sind die meisten Kreditkarten-Offerten der Filialbanken im Vergleich zu den Anbietern aus der obigen Tabelle deutlich weniger attraktiv. Ich zumindest habe keine Filialbank gefunden, bei der es mit der Kreditkarte möglich ist, weltweit von 0 Euro Abhebegebühren zu profitieren. Die Commerzbank beispielsweise berechnet 1,95 Prozent vom Umsatz, bei der Deutschen Bank sind es gar 2,5 Prozent. Dies gilt auch für die Postbank.

Mit 2 Prozent vom Umsatz schneiden auch die Kreditkarten der Sparkassen und Volksbanken schlechter ab. Meine Empfehlung lautet also: Holt euch eine der aufgeführten Kreditkarten, denn damit fahrt ihr am Ende günstiger. Ihr solltet dabei natürlich auch auf andere Aspekte achten, beispielsweise ob die Kreditkarte an die Eröffnung eines Girokontos gekoppelt ist oder ob Jahresgebühren anfallen. In der folgenden Grafik fasse ich alle wesentlichen Aspekte nochmal für euch zusammen und wünsche euch daraufhin eine schöne Reise ohne böse finanzielle Überraschungen:

Infografik über Kreditkartenzahlung im Ausland
Infografik: Darauf ist zu achten bei Zahlungen mit Kreditkarte im Ausland. Infografikquelle: travelness.de

Bildquelle: dean bertoncelj – 123256873 / Shutterstock.com